Die Insel Ornö

Im südlichen Teil der Schären, südöstlich von Dalarö, liegt die große, grüne Insel Ornö. Nicht so bekann wie die Nachbarinsel Utö, aber genauso spannend mit unberührter und abwechslungsreicher Natur. Perfekt für einen Ausflug zu Fuß oder mit dem Rad. Heute wohnen ca. 300 Personen in der Gemeinde, die außer Ornö auch Kymmendo, Björkö, Fjärdlång mit vielen anderen Inseln.

 

Schon in der Bronzezeit wohnten Menschen auf Ornö und es gibt viele vorgeschichtliche Stätte auf der Insel zu sehen. Die Erdschicht auf der Insel ist dünn und nicht sehr ergiebig. Dennoch war die Landwirtschaft und die Viehzucht eine notwendige Versorgungsquelle für die Bewohner. Viele Jahre wurde auch Feldspat abgeschlagen, für die Herstellung von Porzellan. Auch heute wird noch Landwirtschaft betrieben, unter Anderem auf dem Hässelmara Hof, wo Gemüse angebaut und verkauft wird. Auf dem Grundstück des Hofes liegt ein gemütliches Café, wo es selbstgebacktes Brot zu kaufen gibt. Auf der Insel haben einige Geschäfte das ganze Jahr geöffnet und die kleine Inselschule gibt Unterricht für die Anfangsklassen der Grundschule.

Das Gasthaus an der Bucht Kyrkviken ist ganz auf den Geschmack in den Schären ausgerichtet und serviert gut zubereitetes Essen auf der Grundlage der angebauten Produkte der Region. Vom Essensaal und der Veranda hat man eine herrliche Aussicht auf die Bucht. Unten am Fuß des Gasthauses findet man einen schönen Gasthafen und gleich nebenan ist das Ornö Museum und die Kirche der Insel. Im Museum wird neben der festen Ausstellung jeden Sommer eine spezielle Ausstellung geboten.

Sehenswürdigkeiten

Die Aussichtsplattform mit Informationen zum Bergbau liegt neben einer großen Grube an der Spitze der Bucht Kyrkviken. Hier wurde Feldspat abgebaut von 1914 bis 1965.

Stunnträsk

Im Stockholms Län ( Schw.: Verwaltungsbezirk) der tiefste Binnensee ( 40 m) mit lebenden Organismen aus der letzten Eiszeit.
 

Gastronomie

Hässelmara Hofcafé mit selbstgebackenem Brot und leichten Mittagsgerichten Gasthaus  (Schw. "krog") auf Ornö mit Strandcafé an der Brücke Kyrkbryggan
 

Einkaufen

ICA Geschäft mit Benzinverkauf für Boote, zu finden in der Bucht Vargvik

 

Gasthafen

In der Bucht Krykviken gibt es 40 Anlegeplätze.

Natur

Ornö ist die größte Insel in den südlichen Schären, ca. 15 km lang und 4 km breit. Die Landschaft ist meist abwechslungsreich, mit Wald, Weideflächen und einigen Binnenseen. Auf der Insel gibt es große und dichte Wälder mit einem großen Bestand an Rotwild und Elchen. Auch Raubvögel wie Seeadler, Fischadler und Mäusebussard sind in den Wäldern zu sehen.Blumenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Es wird behauptet, dass 22 verschiedene Orchideenarten zu finden sind

Geschichte

Die ersten Einwohner, die ihre Spuren auf Ornö hinterließen waren die Jäger in der Bronzezeit, vor 3000 Jahren. Nahe den alten Wohnstätten, die an den damals gelegenen Buchten waren, gibt es noch viele Gräber. Damals war allerdings das Wasserniveau 15 m höher als heute. Schon im Mittelalter war das Meer vor Ornö für den Reichtum an Fischen bekannt. Vorschriften für die Fischerei und wie die Fänge zu besteuern waren, wurden schon1450 auf Huvudskär erlassen, dem größten Fischerort vor Ornö. 1645 wurde ein Landgut von der Schwedischen Krone gekauft, dies wurde der Fideikommiss mit dem Herrenhof Sundby, der 1854 an das Geschlecht Stenbock übergeben wurde, das heute den Grund und Boden besitzt.

Im Südwesten der Insel wurde 1637 in einem Hochofen Eisenerz geschmolzen, dass aus einer Grube auf der Insel Utö geliefert wurde. Im Sommer 1719 wurde die Insel hart getroffen, als die Russen auf ihrem Raubzug durch die Schären auch hier Halt machten. Zusammen mit vielen anderen Katen wurde das Hauptgebäude auf Sundby niedergebrannt. Schon im folgendem Jahr wurde das neue Herrengut, der heutige Sundby Hof, wieder aufgebaut. Der Großteil des Exteriörs aus den 1750er Jahren ist erhalten geblieben.

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. war die Bevölkerung am größten, mit 600 Einwohnern. 1842 wurde die Schule gebaut. 1881 brannte die alte Kirche der Insel und die arme Gemeinde beschloss, einen Nachbau der Holzkirche zu errichten, die in Gillhof steht, im südlichen Jämtland. Dieser Nachbau wurde 1886 eingeweiht und steht heute immer noch.

Während des 2.Weltkrieges versorgte sich die Bevölkerung am meisten durch Landwirtschaft und Fischfang, aber auch Bergbau war eine Einkommensquelle. Ende des 19. Jh. begannen die Sommergäste das Geschehen auf der Insel durch den beginnenden Verkehr der Dampfboote zu beeinflussen. Dies führte dazu, dass viele Sommerhäuser gebaut wurden.

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Frank Mietzsch